Zum Hauptinhalt springen

Wir machen uns gemeinsam auf den Weg

Norderstedt und Kirche - Kirche in Norderstedt

Wir Norderstedter Kirchengemeinden möchten mehr Sichtbarkeit von Kirche in Norderstedt schaffen.

Wir wollen gemeinsam aufbrechen, um Engagement und Ehrenamt zu stärken, inhaltliche Schwerpunkte auszubilden und umständliche Verwaltungsstrukturen zu vereinfachen.

Die Kirchengemeinderäte der fünf Norderstedter Kirchengemeinden haben daher bei ihrem gemeinsamen Klausurtag im März 2026 über die Möglichkeit und Notwendigkeit eines stärkeren Zusammenwachsens beraten.

Den Stand unserer Überlegungen teilen wir an dieser Stelle. Er wird regelmäßig aktualisiert und ergänzt.

(Stand: Juni 2026)

Gottesdienst und Info-Veranstaltung

Rund 200 Menschen haben sich am Sonntag, den 14. Juni, in der Thomaskirche zu Glashütte versammelt, um auf die Zukunft der evangelischen Kirche in Norderstedt zu blicken. Eingeladen zu diesem Informationsvormittag hatten die Kirchengemeinderäte unserer fünf Gemeinden gemeinsam, denn: Die Frage, wie kirchliches Leben auch in Zukunft lebendig, vielfältig und verlässlich gestaltet werden kann, beschäftigt unsere Gemeinden schon seit längerer Zeit. Deshalb wollen wir zum aktuellen Stand der gemeinsamen Beratungen informieren und Raum geben für alle Fragen aus den Reihen der Gemeindemitglieder.
Bereits der Gottesdienst zu Beginn machte deutlich, worum es auf diesem Weg geht: um Gemeinschaft, Zuversicht und das Vertrauen darauf, dass wir die Herausforderungen der Zukunft gemeinsam gestalten können. Mit dem Lied „Geh‘ aus mein Herz und suche Freud“ von Paul Gerhardt stimmte sich die Gemeinde unter musikalischer Leitung von Paul Fasang (Emmaus-Kirchengemeinde) auf einen besonderen Vormittag ein. Die Lesung aus dem ersten Brief des Paulus an die Korinther setzte einen weiteren Impuls: „Wir sind ein Leib und viele Glieder.“ Dieses Bild griff Pastorin Ute Gansel aus der Johannesgemeinde Friedrichsgabe in ihrer Predigt auf. Sie machte deutlich, dass die vielen unterschiedlichen Gaben und Talente in unseren Gemeinden zusammenkommen dürfen, um eine solidarische Gemeinschaft zu bilden. Jede und jeder Einzelne solle sich mit seinen Möglichkeiten einbringen können – so, dass das Ganze gestärkt werde und zugleich das Besondere und Eigene sichtbar bleibe.
Dieser Gedanke prägt den Weg, den unsere Kirchengemeinden im März 2026 eingeschlagen haben. Bei einem gemeinsamen Klausurtag hatten die fünf Kirchengemeinderäte intensiv über die Möglichkeiten und Notwendigkeit eines stärkeren Zusammenwachsens beraten.
Wie das auf Verwaltungsebene konkret aussehen könnte, beschrieb Florian Weißler, Organisationsentwickler aus dem Kirchenkreis Hamburg-West/ Südholstein und Mitglied der Steuerungsgruppe für den Zukunftsprozess, in seinem Vortrag zu den rechtlichen Rahmenbedingungen. Er stellte das Modell einer Fusionsprüfung – oder anders formuliert: die Möglichkeit einer Gemeindeneugründung – vor. Auf diesen Schritt haben sich die Norderstedter Kirchengemeinden im März verständigt und prüfen nun jeweils vor Ort diese Option.
Hinter dieser Überlegung stehen Entwicklungen, die alle Kirchengemeinden gleichermaßen betreffen und Oliver Kraushaar in seinem Vortrag mit eindrücklichen Zahlen zusammenfasste: Seit Jahren gehen in Norderstedt wie bundesweit die Gemeindemitgliederzahlen kontinuierlich zurück. Ursachen sind vor allem die demographische Entwicklung und die fortschreitende Säkularisierung unserer Gesellschaft. Damit verbunden sinken auch die Einnahmen aus der Kirchensteuer. Dem gegenüber stehen Sanierungskosten für kirchliche Gebäude im mittleren zweistelligen Millionenbereich.
Deshalb wollen wir Kräfte bündeln und Verwaltungsstrukturen vereinfachen, damit wir als Gemeinden diesen Herausforderungen auch zukünftig gut begegnen können. Unser Ziel ist es, Kirche in Norderstedt künftig noch sichtbarer zu machen, Engagement und Ehrenamt zu stärken und inhaltliche Schwerpunkte weiterzuentwickeln. Für die Bearbeitung dieser Aufgaben wurden gemeinschaftliche Arbeitsgruppen ins Leben gerufen, die sich den einzelnen Bereichen widmen (z. B. die AG Gottesdienst- und Kirchenmusikkonzept, AG Öffentlichkeitsarbeit und AG Finanzen).
Viele Besucherinnen und Besucher nutzten im Anschluss an die Vorträge die Gelegenheit, Fragen zu stellen, Anregungen einzubringen und miteinander ins Gespräch zu kommen. Der Austausch in Kleingruppen, die Beantwortung der daraus hervorgegangenen Fragensammlung sowie die Fragerunde im Plenum gerieten durch die engagierte und abwechslungsreiche Moderation durch Iris Hogenkamp und Pastor Martin Lorenz aus der Emmaus-Gemeinde sehr kurzweilig. Das große Interesse aller Anwesenden und die konstruktiven Gespräche haben gezeigt: Die Zukunft unserer Kirche ist den Menschen wichtig. Darauf können und möchten wir bauen.
Diesen Aspekt hob auch Michael Hein, KGR-Vorsitzender im Ehrenamt der Vicelin-Schalom-Kirchengemeinde, in seiner Ansprache hervor. Der Weg hin zu einer möglichen Gemeindeneugründung kann gut gelingen, wenn er von vielen Menschen mitgetragen und mitgestaltet werde. So sprach er eine herzliche Einladung an alle Gemeindeglieder und Interessierten aus, sich an diesem Tag und weiterhin einzubringen, Ideen zu entwickeln und das Gemeindeleben vor Ort aktiv mitzugestalten. Denn eines wurde an diesem Tag spürbar: Wir sind viele Glieder – aber ein Leib. Und gemeinsam können wir Kirche in Norderstedt auch in Zukunft lebendig und vielfältig gestalten.

Sie möchten mehr erfahren? Dann werfen Sie einen Blick in unsere gesammelten Fragen & Antworten weiter unten.
Sie haben weitere Fragen? Sprechen Sie gern auch die Kirchengemeinderäte unserer Gemeinden an oder wenden Sie sich an Verena Schmidt, Leiterin der Öffentlichkeitsarbeit rund um den Zukunftsprozess. Tel.: 0175/4741 239, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

Prozess

Warum soll es eine Zusammenlegung bzw. Gemeindeneugründung geben?

Eine einzelne Kirchengemeinde ist in wenigen Jahren wirtschaftlich nicht mehr allein tragfähig.

Gründe dafür sind u.a. die kontinuierlich abnehmenden Mitgliederzahlen, die sinkenden Einnahmen aus der Kirchensteuer und die hohen Kosten für Sanierung, Instandhaltung und Betrieb der Kirchengebäude.

Damit stehen die Norderstedter Gemeinden nicht alleine, bundesweit stehen Gemeinden vor diesen Herausforderungen.

An welchem Punkt stehen die Norderstedter Gemeinden jetzt gerade?

Aktuell haben sich alle fünf Kirchengemeinderäte zu einem gemeinsamen Beratungs- und Prüfungsprozess aufgemacht. Die Entscheidung darüber, ob eine Gemeindeneugründung vorteilhaft sein kann für eine gemeinsame Zukunft in Norderstedt, wird im Frühjahr 2027 zu fällen sein.

Was passiert, wenn eine Gemeinde nicht mitmacht? Wie sehen Alternativen aus?

Eine Gemeindeneugründung ist kein Muss, eine Kooperation wird es aber auf jeden Fall geben, denn eine einzelne Kirchengemeinde wird in wenigen Jahren wirtschaftlich nicht mehr allein tragfähig sein.

Die Situation der Pfarrstellen ab 2029 wird dann einen sogenannten Pfarrsprengel erfordern, um die Zusammenarbeit aller verbleibenden Pfarrpersonen zu regeln.

Mitarbeitende aus der Kirchenmusik oder Jugend- und Familienarbeit müssten dann von mehreren Kirchengemeinden gemeinsam angestellt werden, um die Stellen zu finanzieren.



Gebäude

Was passiert mit unserer Kirche, wenn es nur noch eine Gemeinde geben sollte?

Die Gemeinden bearbeiten alle Fragen zur zukünftigen Gebäudenutzung im Rahmen der Arbeitsgruppe „MONKI“ (= Modellprojekt Nachhaltige Kirchengemeinde).

Diese übergemeindliche Projektgruppe zum Themenbereich Nachhaltigkeit besteht schon seit längerer Zeit und stellt ihre gesammelten Daten und Erkenntnisse in den Dienst des Kooperationsraumes. Sie unterstützt bei der Erarbeitung eines Gebäudekonzepts.

Dies ist ein sehr vielschichtiges und kompliziertes Thema, weshalb erst in nächsten Monaten mit konkreten Vorschlägen zu rechnen ist.

Wird unsere Kirche erhalten bleiben? Und welche Gebäude müssen schließen?

Ein Zwischenergebnis lautet:

Die offenen Sanierungskosten zur Instandhaltung aller kirchlicher Gebäude, also Kirchen, Gemeindezentren und Pastorate, beläuft sich aktuell auf einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag.

Das bedeutet, dass zukünftig nicht alle Gebäude erhalten bleiben können.

Die Beratungen über ein Gebäudekonzept zur konkreten Nutzung einzelner Gebäude sind noch im Gange und finden in der Arbeitsgruppe „MONKI“ mit VertreterInnen aus allen Gemeinden statt.

Von der Gebäudefrage betroffen sind auch die Angebote vor Ort – wie ist es um sie bestellt?

Unser klares Ziel ist es, alle Angebote zu erhalten und sie auch zukünftig gut erreichbar zu machen.

Wege und Mobilität sind wichtige Faktoren für die Planung und werden in alle Überlegungen einbezogen. Konkret helfen Erfahrungen aus heute schon gelebten Kooperationen, die sich etabliert haben und gut angenommen werden.

Gottesdienste

Was ist mit den Gottesdiensten?

Auch für das Gottesdienstangebot besteht eine Arbeitsgruppe. Vertreterinnen und Vertreter aller Kirchengemeinden beraten darüber, wie das Angebot für eine neue Gemeinde aussehen könnte.

Sie gleichen die Angebote mit dem Bedarf ab und berücksichtigen auch die Erfahrungen, die schon aktuell in verschiedenen kooperierenden Gemeinden gesammelt werden.

Ein Beispiel ist die „Sommerkirche“ der Gemeinden Johanneskirche, Thomaskirche und Vicelin-Schalom. Während der Sommerferien wird abwechselnd an allen drei Orten Gottesdienst gefeiert und die Gemeindemitglieder besuchen sich gegenseitig in den Kirchen.

Das hat sehr gut funktioniert, öffentliche Busverbindungen und Fahrdienste haben für regen Besuch untereinander gesorgt. Deshalb wird die Idee auch dieses Jahr wieder umgesetzt.

Mobilität

Wie komme ich in Zukunft zu einer anderen Kirche, wenn vor Ort die Gebäude schließen?

Wege und Mobilität sind ganz wichtige Punkte in den Planungen und werden in alle Überlegungen einbezogen. Konkret helfen Erfahrungen aus heute schon gelebten Kooperationen.

Ein Beispiel ist die „Sommerkirche“ der Gemeinden Johanneskirche, Thomaskirche und Vicelin-Schalom. Während der Sommerferien wird abwechselnd an allen drei Orten Gottesdienst gefeiert und die Gemeindemitglieder besuchen sich gegenseitig in den Kirchen.

Das hat sehr gut funktioniert, öffentliche Busverbindungen und Fahrdienste haben für regen Besuch untereinander gesorgt. Deshalb wird die Idee auch dieses Jahr wieder umgesetzt.



Die Arbeitsgruppen kurz vorgestellt

AG Ehrenamt

Leitung: Michael Hein
Für die zukünftige Ansprache und Organisation aller ehrenamtlich tätigen Mitglieder erstellt die Gruppe eine Übersicht aller Aktivitäten und Aufgaben der Ehrenamtlichen und prüft die Möglichkeiten für Vernetzung und Zusammenarbeit.

AG Finanzen

Leitung: Oliver Kraushaar
Für eine tragfähige Finanzplanung ist das Ziel der Gruppe: Transparenz und eine vergleichbare Datenbasis auf Basis der gegenseitigen Einsicht in alle Haushalte. Sie erarbeitet einen einheitlichen Kontenrahmen sowie Norderstedt-weite Personal- und Gebäudespiegel.

AG Kirchenmusik und Gottesdienst

Leitung: Martina Dittkrist
Für die Entwicklung eines gemeinsamen Kirchenmusik- und Gottesdienstkonzepts verfasst die Gruppe eine Übersicht aller Angebote und berät über neue Ansätze und Gestaltungsmöglichkeiten.

AG Öffentlichkeit

Leitung: Christina Henke
Informationen vermitteln und Transparenz herstellen für den Zukunftsprozess der Gemeinden in Norderstedt sind die Kernaufgaben der Gruppe.
Praxis-Beispiel: Diese Fragen-Antworten-Sammlung zur Unterstützung der Gemeinden

MoNKi (Modellprojekt Nachhaltige Kirchengemeinde/ Modellregion Norderstedt)

Leitung: Ute Gansel
Nachhaltigkeit ist das übergeordnete Thema der Gruppe. Neben Lösungen für den Gebäudebestand inklusive Nutzung und Betrieb werden auch Antworten zu Fragen rund um Mobilität oder Beschaffung erarbeitet.
Praxis-Beispiel: Sammelbestellung von klimafreundlichem Papier für alle Gemeinden

Steuerungsgruppe – KoNoKi (Kooperation Norderstedter Kirchen)

Leitung: Martina Dittkrist
Die Steuerungsgruppe stellt den übergeordneten Rahmen für den gesamten Prozess dar. Sie prüft z.B. rechtliche Fragen, koordiniert die Arbeit der AGs und behält die zeitliche Planung im Blick.
Neben den Kirchengemeinden ist auch ein Vertreter des Kirchenkreises für die Organisationsentwicklung Teil des Gremiums.

Ansprechpartnerin für Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit

Verena Schmidt
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.
Tel. 0175 4741 239
Melden Sie sich mit Ihren Fragen und Anregungen gerne bei mir.

5 Fragen an ...

Verena Schmidt

Wer werkelt vor und hinter den Kulissen des Gemeindelebens und trägt so zu einem lebendigen und bunten Kirchenalltag in Norderstedt bei?
Wir stellen in einer offenen Reihe Menschen und ihre Aufgaben aus allen Gemeinden vor.
Den Auftakt macht Verena Schmidt aus der „Zukunftsgemeinde Norderstedt“.

Frau Schmidt, welche Aufgabe haben Sie?

Seit Juni leite ich die Öffentlichkeitsarbeit rund um den Zukunftsprozess der fünf Norderstedter Gemeinden.
Das bedeutet, dass ich zum einen die Abstimmung der Gemeinden untereinander begleite und zum anderen die Kommunikation nach außen mitgestalte, also im Austausch bin mit der Lokalpresse, der Stadt Norderstedt und allen Interessierten rund ums Kirchenleben.

Wie sind Sie dazu gekommen?

Bei meinen letzten beruflichen Stationen im Bildungsbereich und der Umweltkommunikation war ich zunehmend auch im „Change-Management“ aktiv, also bei der Gestaltung von Veränderungsprozessen, und stellte fest, wie gut sich das mit meinen kommunikativen Aufgaben ergänzt. Als ich die Stellenausschreibung für Norderstedt las, wusste ich direkt: Da bin ich richtig!

Was macht Ihnen am meisten Freude an Ihrer Aufgabe?

Die Vielfalt zu entdecken! So viele unterschiedliche Menschen geben ihr Bestes dafür, dass die Gemeinden mit Leben gefüllt werden. Ich staune, wie viele abwechslungsreiche Gottesdienste und vielfältige Angebote in allen fünf Gemeinden stattfinden. Wenn ich dazu beitragen kann, dass wir diese Fülle erhalten und die Menschen damit erreichen, freue ich mich sehr.

Was machen Sie gerne außerhalb der Kirche?

Ich liebe die Natur und verbringe so viel Zeit wie möglich draußen, zusammen mit meiner Familie und Freunden, beim Picknick oder mit einem Buch. Ob im Garten, im Wald, auf Skiern oder barfuß – ich schätze alle Jahreszeiten für ihre Besonderheiten.

Was wünschen Sie sich für unser Gemeindeleben in Norderstedt?

Dass es weiter so sprudelt voller Ideen, dass die Freude am Miteinander erhalten bleibt und weiter wächst, dass wir Menschen neugierig machen auf unsere Angebote und selbst offen bleiben für Neues.